Frankfurt Marathon

D. Rogosch FOTO H.Schaake
D. Rogosch FOTO H.Schaake

 

Die Voraussetzungen für schnelle Endzeiten beim 37. Mainova Frankfurt Marathon waren mit einem Elitefeld, in dem bei den Männern rund ein Dutzend Läufer mit Bestzeiten von unter 2:10 Stunden angetreten waren, gegeben.  Ebenso hochrangig war die Spitze bei den Frauen besetzt, wo 10 Läuferinnen mit Zeiten unter 2:25 Stunden am Start waren. Dazu kam  Ex-Weltmeisterin Mare Dibaba aus Äthiopien. Wenn auch der eisige Wind gewaltig auf die Leistung und die Stimmung drückte, so wurde doch vorne um jede Sekunde gekämpft. Spannung pur war angesagt. Erst 300 Meter vor der Festhalle zog der Vorjahreszweite, der Äthiopier Kelkile Gezahegn in einem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen den Kenianer Martin Kosgey mit einem kurzen Spurt auf und davon und siegte in 2:06:37 Stunden zu 2:06:41 Stunden. Als bester Deutscher wurde  der deutsche Rekordhalter Arne Gabius (TherapieReha Bottwartal) als 9. und schnellster Europäer  nach  2:11:45 Stunden in der Festhalle gefeiert. Weltklasse waren die Zeiten der Frauen. Den widrigen Bedingungen zum Trotz siegte die Äthiopierin Meskerem Assefa mit neuem Streckenrekord von 2:20:36 Stunden. Nur 11 Sekunden dahinter blieb Haftamnesh Tesfay (Äthiopien) mit 2:20:47 Stunden ebenfalls noch unter dem alten Streckenrekord. Auch die Drittplatzierte kam aus Äthiopien. Bedatu Hirpa war nach 2:21:32 Stunden im Ziel in der Festhalle. 13.934 Läufer aus 103 Nationen hatten gemeldet. Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet, waren es insgesamt 26.826 Athleten, was einen neuen Teilnehmerrekord bedeutete. Dazu gab  es einen neuen Masters-Weltrekord durch Mark Kiptoo, dem Frankfurt-Sieger von 2014. Der 42-jährige Kenianer war nach 2:07:50 im Ziel und verbesserte damit den Weltrekord der über 40-Jährigen um 48 Sekunden. Kerstin Bertsch hat trug sich ins Guinness Buch der Rekorde ein, als sie im Marathonlauf mit Doppelkinderwagen einen neuen Weltrekord aufstellte. Die 29-Jährige aus Heusenstamm lief die Strecke in 3:14:20 Stunden und unterbot den bisherigen Rekord von 3:22 deutlich.

 

Der Blick der über 13.900 Starterinnen und Starter auf der Königsdisziplin, den 42,195 Kilometern,  hatten am frühen Morgen besorgt zum grauen Himmel geblickt. Die Befürchtungen, die die Wettervorhersage ausgelöst hatte, waren eingetreten. Es war zu kalt und außerdem wehte ein eisiger Wind, der die gefühlte Temperatur auf  3 °C absinken ließ. Die Hoffnungen auf manche Bestzeit an der Spitze und um die ausgelobten Sieg- und Zeitprämien wurden förmlich vom Winde verweht. Doch Hessens Spitze wurde zumindest bei den Frauen durch die EM-Teilnehmerin und Lokalmatadorin Katharina Heinig (LG Eintracht Frankfurt) bestens vertreten. Nach dem EM-Hitzemarathon von Berlin /2:35:00 std. wollte sie bei ihrem Heimspiel möglichst wie im letzten Jahr (2:29:29std.) unter zweieinhalb Stunden in die Messehalle laufen. Am Ende war es eine Punktlandung mit sechs Sekunden unter der magischen Grenze (2:29:54 Stunden) und sie wurde auf dem roten Teppich in der Festhalle mit tosendem Applaus empfangen.“Ich wollte etwas gut machen und habe hier dank guter Pacemaker und einer starken Schlussphase all meine Reserven und Willenskraft abrufen können.“ Fast eine halbe  Stunde später kam dann Hanna Rühl (Spiridon Frankfurt) nach 2:59:53 Stunden als Zweite vor  Lena Becker (TGV Schotten) mit blanken 3:00:03 Stunden auf Rang drei ins Ziel. Seniorensiegerin der W40 wurde Anke Werner (ASC Darmstadt) in 3:08:08 Stunden gefolgt von der Debütantin der Ex-Blau-Gelben Katharina Rach (Spiridon Frankfurt) in 3:10:42 Stunden. Knapp  dahinter  sorgte Dr. Dorothee Rogosch  (SF Blau-Gelb Marburg) als  2.der W40 in Bestzeit in 3:10:57 Stunden für eine Top-Platzierung sorgte. Die 40-jährige Bauerbacherin Dr. Dorothee Rogosch (SF Blau-Gelb Marburg) konnte in diesem Jahr schon einen dritten Platz in Regensburg Marathon/3:18 Stunden erzielen  und den Marburger Nachtmarathon/3:23 Stunden  gewinnen. Im letzten Jahr stand sie in Frankfurt in der W35 mit 3:12:33 Stunden auf dem Silberplatz.  Diesmal konnte  sie schon 300 Meter vor der Festhalle die Hände hochreißen. Mit Blick auf eine neue Bestzeit von  3:10:57 Stunden belegte sie innerhalb der hessischen Frauenkonkurrenz Platz sechs  und in der W40 Platz 2.  Schnell unterwegs war auch die Marburgerin Jana Schütt als 49.Frau im Ziel nach 3:27:45 Stunden.

 

 

Nach  37 Jahren Frankfurt Marathon gab es in diesem Jahr zum ersten Mal für heimische Aktive keine Zeiten von unter drei Stunden zu verzeichnen. Nach dem im letzten Jahr Oliver Hoffman (TSV Kirchhain) mit 2:23:12 Stunden den Titel geholt hatte, trat er in diesem Jahr nur als Pacemaker in Aktion. Bei der Hessenmeisterschaft sah man  an der Spitze zwei Äthiopier. Merne Eshete Solomon (SSC Hanau-Rodenbach) gewann in 2:28:20 Stunden gefolgt von Belachew Kifle (SG Egelsbach) mit 1 Sekunden unter 2:30 Stunden. Den Bronzeplatz erkämpfte sich Johannes Hofsommer (SV Frankershausen) in 2:32:09 Stunden.  Nur sieben Sekunden dahinter liefen Martin Haubold (Spiridon Frankfurt)  gefolgt von Stephan Holesch (LG Wettenberg) in 2:33:42 Stunden ins Ziel. Schnellste aus dem Kreis wurden der Triathlet Tim Baier (TSV Kirchhain) als 1.404. mit 3:08:49 Stunden und der Marburger Niklas Frambach mit 3:14:53 Stunden, die damit auch am dichtesten an die Drei-Stunden-Marke heran kamen. In der Altersklasse M65 errang Werner Zittlau (TSV Cappel) in der Hessenwertung einen Bronzeplatz nach exakt 4:00:18 Stunden.