117. Deutsche Leichtathletik Meisterschaften im neuen Steigerwald Stadion in Erfurt

Helmut Schaake. Die 117. Deutschen Leichtathletik Meisterschaften der Frauen und Männer, die am Wochenende im renovierten Steigerwald-Stadion in Erfurt ausgetragen wurden, waren auch für vier heimische Leichtathleten der Saisonhöhepunkt.  Spannende Wettkämpfe mit vielen Emotionen begeisterten an zwei heißen Tagen etwa 25 900 Zuschauer, die die Athletinnen und Athleten lautstark anfeuerten. Mit dabei waren auch das heimische Lauftrio mit den beiden Langstrecklerinnen Anna Starostzik (Dautphetal/PSV GW Kassel) und Monika Pletzer (SF Blau-Gelb Marburg) über 5000 Meter sowie Katharina Rach (Marburg/Spiridon Frankfurt) über 3000-Meter-Hindernis. Allerdings waren sie  sich schon im Vorfeld einig, dass eine deutsche Meisterschaft  keine Hobby-Laufveranstaltung ist, dafür waren die Normen für 5000 Meter mit 17:15 Minuten und auch über 3000-Meter-Hindernis schon im Vorfeld eine hohe Hürde gewesen. Wenn man in Deutschland zu den 20 besten Läuferinnen zählt will, muss man dann auch vor großer Zuschauerkulisse sein Bestes geben. Bei der Karlsruher Laufnacht über 5000 Meter (Norm 17:15min.) hatten Monika Pletzer (SF Blau-Gelb Marburg) mit blanken17 Minuten und Anna Starostzik (Dautphetal/PSV GW Kassel) mit 17:11 Minuten starke Endzeiten abgeliefert. In Erfurt waren es zwar auch nur 12,5 Stadionrunden, doch kam hier die Nervosität dazu. Schließlich musste man gegen Berufsläuferinnen wie Felizitas Gesa Krause( Silvesterlauf in Trier) schon die EM-Quali geschafft hatte, und Hana Klein  (SG Schorndorf) laufen.  Erschwerend aber war für alle die ungünstige Startzeit von 15.35 Uhr bei Temperaturen von über 30 °C und bei purer Sonneneinstrahlung. Nach langsamem Beginn wurde das Renntempo aber Runde um  Runde gesteigert und Eine nach der Andern wurde nach hinten durchgereicht. Dazu gehörte als erste Monika Pletzer, bei der sich das Formtief der den letzten Rennen abzeichnete und die nach 17:52,31 Minuten auf Platz 20 ein lief.  Wenig später folgte dann auch die mutig kämpfende Anna Starostzik auf Platz 18 nach 17:37,98 Minuten. Anna Starostzik fragte sich im Ziel, warum es  nach den guten Trainingsergebnissen nicht so richtig gelaufen war. Ihr hatte ab Streckenhälfte einfach nur die Hitze schwer zu schaffen gemacht. Ganz vorne wurde auf der Zielgeraden ein Ausscheidungsrennen so recht nach dem Geschmack austragen. Dabei setzte sich Felizitas Gesa Krause gegen Hana Klein mit einem letzten Kilometer in 2:50 Minuten in 16:20,10 zu 16:20,24 Minuten durch und holte nach dem 3000-Meter-Hindernistitel ihren zweiten Titel.

Monika Pletzer und Anna Starostzik Foto: H.SCHAAKE
Monika Pletzer und Anna Starostzik Foto: H.SCHAAKE

Ihr DM-Debüt in Hindernislauf-feierte dagegen die Marburgerin Katharina Rach (Spiridon Frankfurt), die bei den Süddeutschen mit 10:54,76 Minuten auf den letzten Drücker die Norm von 11:05 Minuten deutlich unterboten hatte. Schon vor dem Start sagte die 27-jährige Lehrerin, dass sie sich auf den Start im 22-köpfigen Feld freute. Sie lief sehr mutig an, doch Ihre Übermotivation erwies sich am Ende als  Fehler.  Bis 2000 Meter lief sie, an 8. Stelle liegend, im Feld mit bevor für sie am gefürchteten Wassergraben, in den sie mit beiden Beinen eintauchte, das große „Sterben“ begann. An Ende rettete sie sich nach 11:02,69 Minuten auf Platz 15 ins Ziel und blieb  nur 7 Sekunden über ihre Bestzeit. Sie kann mit Sicherheit viel schneller laufen. Im Gespräch sagte sie. „Das war echt cool bei den Deutschen Meisterschaften und hat Geschmack auf das nächste Jahr gemacht.  Vor allem habe ich mich über das Plakat der Familie Ritzel gefreut. Sie sind extra gekommen, um mich anzufeuern.“ Für das nächste Jahr bin ich super motiviert und werde 3000 Meter Hindernis nicht so laufen wie ein Flach rennen, hier gibt es ein Wassergraben der gut 3,60 Meter lang ist und zusätzlich muss man noch 28 Mal Hindernisse von 76 Zentimeter überspringen ,das ist ein Riese0n unterchied.

Zuvor hatte es noch eine Schreckensnachricht vom Stabhochsprung gegeben. Die Marburgerin (ehemals TSV Kirchhain) Laura Weyrowitz, die in Köln Sport studiert und hier auch für die Deutsche Sporthochschule startete, übersprang im zweiten Versuch ausgezeichnete 4,15 Meter. Dabei flog sie haushoch über die Latte, landete dann aber bei einem ungültigen Versuch über 4,25 Meter unglücklich auf den linken Fuß  und wurde mit Verdacht auf einen Bänderriss in die Klinik gebracht, wo sich die Diagnose aber nicht bestätigte. Nach dem Abbruch des Wettkampfes kam sie auf Platz 9.  Siegerin wurde mit Saisonbestleistung Lisa Ryzih (ABC Ludwigshafen) mit starken 4,70 Metern vor Silke Speigelburg (TSV Bayer Leverkusen) und Friedelinde Petershofen (SC Potsdam) mit 3,55 Metern.