20.Marburger Nachtmarathon 2017

 

Auf zwei Jahrzehnte Marburger Nachtmarathon  mit Cheforganisator Eugen Leipner an der Spitze kann der Ultra Sport Club  Marburg zurück blicken. Jedes Rennen schrieb seine eigene Geschichte. Einmal musste der Hirsefeldsteg wegen eines Unfalls gesperrt werden, in den meisten Jahren wurde jedoch über die drückende Hitze gestöhnt. Im letzten Jahr gab es große Aufregung, weil dass das Trinkwasser bakteriell verunreinigt war, doch auch diese Aufgabe wurde schnell gelöst und in Marburg ist noch keiner verdurstet. Dafür, dass auch diesmal wieder alles meisterhaft klappte, sorgte eine eingespielte 150-köpfige Helferschar. Sie bekam in diesem Jahr sogar die Unterstützung von fast 30 Sportstudenten. Bei der 20. Auflage des Marburger Nachtmarathons  waren die Laufbedingungen bei 22° C beim Start und 17°C  im Ziel nahezu perfekt, sodass  gute Laufleistungen erzielt wurden. Zufriedene Gesichter gab es auch beim Veranstalter, der sich über 2038 Voranmeldungen und fast 1800 Finisher freuen konnte.

Im Ziel im Unistadion wurden am späten Abend 1.089 Halbmarathonläufer registriert, dazu 125 Marathonis. Bei den Staffeln wurde mit 150 Mannschaften eine Rekordzahl erreicht. Viele der Hobby- und Freizeitläufer freuten sich im Ziel und umarmten sich. Die Einen bejubelten eine neue Bestzeit, die Anderen waren glücklich, dass sie den persönlichen inneren Schweinehund besiegt hatten. Ganz vorne wurde natürlich um jede Sekunde und um jeden Platz gekämpft, doch am Ende im Ziel waren alle Sieger und konnten die ausgelassene Stimmung im großen Uni Stadionoval genießen.

 

Lars Siegmund im Ziel Foto: H. SCHAAKE
Lars Siegmund im Ziel Foto: H. SCHAAKE

 

Halbmarathon

 

 

 

Als ersten Tagessieger konnte der bekannte Herborner Moderator Artur Schmidt  zusammen mit vielen Zuschauern nach exakt 1:13:25 Stunden den Halbmarathonsieger Felix Pinter, ein ehemaliger Aktiver des VfL Marburg, im Unistadion lautstark begrüßen. Felix Pinter, der als Lehrer in Dillenburg arbeitet und dort auch wohnt, hat sich in diesem Jahr der LC Eschenburg  angeschlossen. Er freute sich über eine Steigerung gegenüber dem letzten Jahr um über 2 Minuten auf 1:13:25  Stunden. Platz zwei ging an den ehemaligen Marburger Medizinstudenten Philipp Müller (TSV Krofdorf-Gleiberg), der jetzt als Arzt in Dresden tätig ist. Im letzten Jahr Platz belegte der Deutsche Orientierungslaufmeister Platz drei in 1:14:40 Stunden. Auch in diesem Jahr zeigte er ein klug eingeteiltes Rennen und konnte am Ende noch Marc Feußner (ASC Breidenbach) sicher in 1:14:28 zu 1:14:37 Stunden auf Platz drei verweisen. Dabei ging Marc Feußner vom Start weg das Rennen mit den schnellsten Staffelläufern sehr mutig an, konnte aber auf den letzten 5 Kilometern um den Sieg vorne nicht mehr mitlaufen. Unter den Top Ten platzierte sich Lars Siegmund (SF Blau-Gelb Marburg) als M40 Sieger mit 1:16:58 Stunden auf dem 6.Platz. Dahinter war Stammgast Marco Diehl (DVAG-Marathon –Team), in den früheren Jahren ein Läufer der Spitzenklasse, nach 1:18:29 Stunden als Schnellster der M45 im Ziel.

Bei den Frauen mit insgesamt 330 Teilnehmerinnen freute sich Sandra Linne  (LT Biedenkopf) als Siegerin über eine Steigerung von fast vier Minuten auf 1:29:23 Stunden. Die 46-jährige Biedenkopfer Lehrerin hatte im Ziel fünf Minuten Vorsprung vor Eva Maria Köhler (MTV Gießen) W30 1:34:49 Stunden und der Hautklassensieger Sarah Knieling (Weimar/Lahn) in 1:35:15 Stunden. Auf Platz 5 der Frauenklasse und 2.der W45  kam die Marburgerin Heike Schneider  in 1:35:39 Stunden.

Dorothee Rogosch im Ziel Foto: H. SCHAKE
Dorothee Rogosch im Ziel Foto: H. SCHAKE

 

Marathon 42,195 Kilometer /125 Finisher

 

Nur zwei Läufer blieben unter der magischen Drei-Stunden-Marke

 

Auf der klassischen  Marathondistanz hatte der überlegene Sieger Thorsten Vackiner (SV Blau-Weiß Kassel) in 2:49:37 Stunden einen Riesenvorsprung vor dem Spanier  Carlos Pedrosa Gomez (Club  Atletismo) in 2:57:38 Stunden. Platz fünf erkämpfte sich der Marburger Johannes Kohlhepp M30 nach vorsichtigem Beginn in 3:10:45 Stunden. Dahinter auf  dem  6.  Gesamtplatz lief die aus Bonn stammende Marburger Germanistik Studentin Laurenn Picado (Laufen gegen Leiden e.V.) nach tollen 3:17:42 Stunden ins Ziel. Dabei steigerte sie ihre Zeit vom letzten Frankfurt Marathon  um über 20 Minuten. Sie sagte im Ziel: „Eigentlich bin ich ja Ultramarathonläuferin. Ich habe in diesem Jahr schon den 50-Kilometer-Lahntallauf als Gesamtachte in 4:05,28 Stunden gewonnen.“ Die Vorjahressiegerin Dr. Dorothee Rogosch (Bauerbach/SF Blau-Gelb Marburg) zeigte sich nur fünf Wochen nach ihrem dritten Platz beim Regensburger Hitzemarathon nach 3:21:27 Stunden schon wieder gut erholt.  Ein ganz besonders Jubiläum feierte der Schönstädter Michael Stein. Als Einziger hat er an allen 20 Rennen teilgenommen. In diesem Jahr wurde er als 3. der M60 nach 3:56:10 Stunden im Ziel empfangen.

 

Siegerstaffel VfL Marbung & Friends: Olaf Wickenhöfer, Luks Huber, Arnfried vom Hof, Thorsten Hering. Foto: H.SCHAAKE
Siegerstaffel VfL Marbung & Friends: Olaf Wickenhöfer, Luks Huber, Arnfried vom Hof, Thorsten Hering. Foto: H.SCHAAKE

 

Staffel

 

Die größte Steigerung gegen über dem Vorjahr hatten die Staffeln (30 mehr als im Vorjahr) zu verzeichnen. Viel Phantasie entwickelten die Läuferinnen und Läufer bei der Namensgebung für ihre Staffel. So gingen u.a.  „Die Rennschnecken“, „Pizza Tony“, „Ein-Weg-Bier“ , „Die Turboschnecken“ oder „Ein Haufen am Laufen“ ins Rennen. Diejenigen, die unbedingt gewinnen wollten, holten sich schnelle Langstreckler aus der Region in ihr Team, so auch der  VfL Marburg und die Mannschaft von Svens Laufshop, die einfach vereinsübergreifend Laufgemeinschaften gründeten. So wurde der „VfL Marburg & Friends“ mit Thorsten Hering, Arnfried vom Hofe, dem Goßfeldener Lukas Huber und Olaf Wickenhöfer von der LG Eder als Schlussläufer ihrer Favoritenrolle gerecht. Sie  verbesserten den Streckenrekord vom letzten Jahr von 2:31:10 Stunden locker auf 2:28:19 Stunden. Auf Platz zwei kam die gemischte Männer/Frauen-Staffel von Svens Laufshop „Deluxe“ mit Moritz Weiß, Franziska Rachowski, Georg Dewald und Anna Starostzik in 2:36:05 Stunden. Den Bronzerang nahm das als Trio startende VfL Marburg Team mit Jakob Möller, Clemens, Möller und Niklas Raffin  nach 2:40:45 Stunden ein.

 

Aber jede lange Nacht hat ihr Ende. Cheforganisator Eugen Leipner (USC Marburg) konnte am Morgen von einen stressfreien Abend berichten: „Schließlich ist das Helferteam schon seit Jahren eingespielt. Natürlich haben uns in diesem Jahr die  kühlen Witterungsbedingungen vor allem in den Staffelrennen höhere Zahlen eingespielt. Wenn man bedenkt, dass beim 1.Mal  2008 14 Staffeln am Start standen und jetzt 151 im Ziel waren, ist das eine ganz erfreuliche Bilanz.“

 

Weitere Ergebnisse unter

 

www.nachtmarathon.org