Fest in afrikanischer Hand waren die ersten Plätze bei der 71. Auflage des Paderborner Osterlaufs. In der Domstadt gingen auf dem Masternplatz insgesamt 11.659 Teilnehmer auf die Strecke um das Sportzentrum. Mit zwei neuen 10-Kilometer-Streckenrekorden wurde Geschichte geschrieben. 
Zwar war das Aprilwetter nicht gerade frühlingshaft und daher auch nicht zuschauereinladend, dennoch erwiesen sich die trüben, teilweise regnerischen Bedingungen für die Eliteläufer geradezu leistungsfördernd, was nicht nur die zwei 10-Kilometer-Streckenrekorde,  sondern auch die vielen Bestzeiten widerspiegelten.   
Trotz widriger Wetterumstände macht Paderborn von sich reden.
Der älteste Deutsche Straßenlauf, der Paderborner Osterlauf,  machte bei seiner nunmehr schon 71.Auflage seinem Ruf als schnellster Deutscher Straßenlauf alle Ehre und schrieb mit zwei neuen 10-Kilometer-Streckenrekorde Geschichte. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen konnten die Macher um Wolfgang Krenz, Präsident SC Grün-Weiß, der wieder auf ein großes Helferteam vertrauen konnte, zwei großartige neue Streckenrekorde verzeichnen. Bei den Männern verbesserte der Kenianer Benard Kimeli bei seinem ersten Europaauftritt den Uralt-Streckenrekord, den seit 1993 Carsten Eich mit 27:47 Minuten (deutscher Rekord) hielt, um erstaunliche 29 Sekunden auf sensationelle 27:18 Minuten, was zugleich auch Jahresweltbestzeit bedeutete.
Dahinter jubelten weitere vier Kenianer. Auf dem Silberplatz, allerdings schon mit 55 Sekunden Rückstand, kam Benard Kipkemoi nach 28:13 Minuten, weitere fünf Sekunden auf Platz drei lief Emmanuel Kipchirch Kipkemoie ins Ziel. Unter den Top-Ten auf Rang 7 als schnellster Deutscher kam der 23-jährige Hindernisspezialist Philipp Reinhardt (LC Jena ), der seine Bestzeit auf 29:26 Minuten hochschraubte. Platz 11 erkämpfte sich Jens Nerkamp (PSV Grün-Weiß Kassel), ebenfalls in Bestzeit mit 29:38 Minuten (letztes Jahr hier noch ) .Erstmals unter der 30-Minuten-Marke blieben der 20-jährige Lukas Eisele (LG Filder ) in 29:52 Minuten und Philipp Baar (ART Düsseldorf), der erst vor einer Woche Deutscher Halbmarathonmeister geworden war, mit  29:55 Minuten auf Platz 13.  
-------Da musste sogar der sportliche Leiter Christoph Kopp, der einmal mehr als Athleten Zusammensteller ein glückliches Händchen hatte, dass damit im Vorfeld keiner rechnen konnte. Nach dem ersten, viel zu langsamen Kilometer in 2:55 Minuten übernahm nach 3 Kilometern der spätere neue Rekordhalter das Heft selbst in die Hand und diktierte das Tempo. Spätestens nach 5 Kilometern in 13:47 Minuten begann Benard Kimeli ein „Flug“ über die regennasse  Straße.  Der 22-Jjährige  Überraschungssieger wurde immer schneller und zerlegte bei seinem ersten Auftritt in Europa eindrucksvoll die Spitzengruppe.  Der Ausreißer siegte am Ende mit mehr als 300 Metern Vorsprung mit 55 Sekunden vor seinem Landsmann Benard Kipkemoi  mit 28:13 Minuten. ---------------------
Aber auch die Streckenbestzeit bei den Frauen gehört nach 15 Jahren der Vergangenheit an. 2002 lief hier die Kenianerin Linah Cheruiyot 31:19 Minuten. Mit gewohnt lauter Stimme konnte  der ehemalige ZDF Sportchef und langjährige Osterlauf Moderator Wolf-Dieter Poschmann bei den Frauen die Kenianerin Gladys Kimaina im Ziel nach 31:15 Minuten begeistert empfangen. Den Silberrang ging mit acht Sekunden Rückstand an die Äthiopierin Sofiya Shemsu Chegen  31:24 Minuten, auf Rang drei folgte Naom Jebet aus Kenia in 31:49 Minuten.
Beste Deutsche war auf Rang 10 hinter der ostafrikanischen Phalanx (sieben  Kenianerinnen und zwei aus Äthiopien) Katharina Heinig (LG Eintracht Frankfurt) in 33:42 Minuten. Nicht ganz zufrieden mit der Zeit. Sie hatte den Druck, dass sie, obwohl die die WM-Norm für den London Marathon schon in der Tasche hat, auf Wunsch des DLV noch einen Leistungsnachweis bringen muss. Beim 37.Berlin Halbmarathon hatte sie mit 1:13:25 Stunden die geforderte Zeit von 1:13:15 Stunden um 10 Sekunden, also um noch nicht einmal 30 Meter, verpasst.
Nur 7 Sekunden dahinter lief ein starkes Duo vom LT Haspa Marathon Hamburg ins Ziel. Hindernisläuferin Jana Sussmann, die letztjährige Deutsche 10-Kilometer- Mannschaftsmeisterin von Hamburg (34:20min.) erzielte 33:42 Minuten, kurz dahinter verbesserte Tabea Themann, die auf der Mittelstrecke zu Hause ist, ihre letztjährige 10er Zeit vom Herbst aus Hamburg von 35:26 Minuten auf starke 33:50 Minuten.  
Nachwuchsläufer-Cup
Der Deutsche Nachwuchsläufer-Cup 2017 „powered by“ laufen.de unter der Schirmherrschaft des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) mit freundlicher Unterstützung von German Road Races (GRR) ist eine neue Serie für deutsche Nachwuchsläufer der Altersklassen U18, U20 und U23.  Zur Cupwertung gehören fünf ausgewählte nationale Lauf-Events sowie die Deutschen Meisterschaften im 10-Kilometer-Straßenlauf.
Die „Jungen Wilden“ zeigten bei dem neu ins Leben gerufenen Nachwuchsläufer-Cup  schnelle Endzeiten. So verbuchte U23 Sieger Lukas  Eisele (LG Filder) Bestzeit  von 29:54 Minuten. Bei der U20 zeigte der Deutsche Crosslaufmeister Markus Görger (LAC Freiburg) auch auf der Straße in Bestzeit von 30:34 Minuten sein Lauftalent, ebenso U18 Sieger Elias Schreml mit Bestzeit von 31:04 Minuten. Dem nicht nach standen die jungen Läuferinnen. Hier siegte in der U20 Mittelstrecklerin Patricia de Graat (LG Olympia Dortmund) in 37:32 Minuten gefolgt von Lena Ritzel (VfL Marburg), die sich um über 40 Sekunden auf vielversprechende 37:43 Minuten steigert. Bei der U18 gewann Sophie Kretschmer (Ascherleben) wie beim ersten Lauf in Berlin  in 38:40 Minuten. Die ersten drei im Nachwuchs-Cup U23-U20 und U18 erhielten lukrative Siegprämien. 
Halbmarathon 1871 Starter
Nach dem glanzvollen 10er stand in diesem Jahr der Halbmarathon mit seinen Leistungen im Schatten. Dafür gibt es viele Gründe zu nennen. Der Wettbewerb war zu dicht an dem Halbmarathon von Berlin und nur 6  Tage nach den Deutschen Meisterschaften von Hannover war die Zeitspanne zur Regeneration einfach zu kurz. Die ersten vier Plätze gingen standesgemäß bei den Männer und Frauen nach Kenia Patrick Kimeli siegte in 62:28 Minuten, bei den Frauen konnte Tabitha Wambui Gichia die im Ziel nach 70:08 Minuten die Arme hochreißen.  
Prominentester Läuferin war allerdings Eisschnelllauf-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin Claudia Pechstein, die auf „Rollen“ bei den integrierten Deutschen Speedskating-Meisterschaften als Gesamtvierte und 1. der W40 für Schlagzeilen nicht nur im Vorfeld sorgte.  Die Teilnehmerzahlen des Vorjahres konnte man in Paderborn diesmal nicht ganz erreichen. Insgesamt  gingen 11.659 Teilnehmer an den Start. Schon Wochen vorher war allerdings der 10-Kilometer-Lauf mit 4634 Startern ausverkauft. Über 5 Kilometer starteten 2832,  und nur 1871 über die Halbmarathondistanz.  Helmut Schaake
Start mit großem Gedränge
Start mit großem Gedränge